In Zusammenarbeit mit Reade, einem Kompetenzzentrum für Rehabilitation und Rheumatologie in Amsterdam, wurde eine Pilotstudie durchgeführt, die das Potenzial der Wim-Hof-Methode zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Rückenmarksverletzungen untersucht.

Bei Menschen mit Rückenmarksverletzungen sind die Signale, die normalerweise vom und zum Gehirn gehen, unterbrochen, was zu einer Störung der regulären physiologischen Prozesse führt. Dies geht über die reine Lähmung hinaus; auch hormonelle Signale – z. B. wenn man sich kalt oder hungrig fühlt – sind betroffen. Zu den Symptomen gehören der Verlust der Blasen- und Darmkontrolle, Schmerzen, ein gestörtes Immunsystem, chronische Entzündungen sowie Atem- und Schlafprobleme. Kein Spaß.

All dies lässt sich auf ein beeinträchtigtes autonomes Nervensystem zurückführen, und da die Wim-Hof-Methode die Kontrolle des autonomen Nervensystems verbessert, besteht ein großes Potenzial für Atem- und Kälteinterventionen, um das Leben von Menschen mit Rückenmarksverletzungen zu verbessern.

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sehr die Wim-Hof-Methode helfen könnte, luden Forscher von Reade eine Reihe von Menschen mit Rückenmarksverletzungen ein, vier Wochen lang die Wim-Hof-Methode zu praktizieren. Sie wurden vor und nach der Testphase auf verschiedene Parameter wie Lungenkapazität, Blutdruck, Schlaf, Energieniveau und Stimmung getestet.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert: Die Studienteilnehmer berichteten von einer Steigerung der Stimmung, mehr Energie und weniger Krämpfen. Weitere Messungen zeigten, dass sich ihre Lungenkapazität verbessert hatte. Die Mehrheit der Teilnehmer war mit den Auswirkungen so zufrieden, dass sie die Methode nach Abschluss der Studie weiter praktizierten.

Die Ergebnisse sind so vielversprechend, dass Reade nun im Anschluss an diese Pilotstudie eine randomisierte, kontrollierte Studie durchführt, um die Ergebnisse zu untermauern und die Wim-Hof-Methode als wirksame Methode gegen die Symptome von Rückenmarksverletzungen zu festigen. In dieser neuen, umfassenden Studie werden sechzig Personen auf eine Vielzahl von Gesundheitsmarkern getestet, darunter Entzündungen, Lungenfunktion, Schlafqualität, Stress und Schmerzen.

Atem- und Kältetherapie sind noch nicht Teil der Standard-Rehabilitationsprogramme, aber mit diesen erstaunlichen Ergebnissen könnte sich das in Zukunft sehr wohl ändern.

Update: In der ursprünglichen Veröffentlichung hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen, in dem wir angegeben haben, dass die Pilotstudie eine Kontrollgruppe hatte. Dies war nicht der Fall. Nur die aktuelle randomisierte, kontrollierte Studie hat eine Kontrollgruppe. Der Fehler wurde behoben. Wir bitten um Entschuldigung und danken Ihnen fürs Lesen!