Die Schriftstellerin Susan Casey begleitete Wim auf seiner letzten Reise nach Island. Im Folgenden findest du einen Auszug aus ihrem fantastischen Artikel über Wim und seine Methode. Lies den ganzen Artikel auf Outside online.


– Die Lagune von Jökulsárlón, Island.

Die Luft ist kalt, aber das Wasser ist noch kälter und seine Oberfläche ist mit Eisbergen übersät. Eisplatten, -brocken und -blöcke in der Größe von Schiffen, Häusern und Bussen – sie sind überall und drängen sich in der Gletscherlagune. Die Eisberge sind blendend weiß, blassgrau und leicht milchig-blau und von Vulkanasche gestreift; das Wasser hat die Farbe von mattem Metall. Niedrige Wolken drücken auf uns herab. Seevögel schreien. Auf der anderen Seite der Lagune türmt sich ein Gletscher namens Vatnajökull auf: eine 3.100 Quadratmeilen große Eiskappe, die sich über den SüdostenIslands erstreckt und andere europäische Gletscher in den Schatten stellt. Für alle, die nicht wissen, dass es nicht ratsam ist, hineinzuspringen, weist ein großes rotes Schild auf die Gefahren hin: „Schwimmen verboten – eiskaltes Wasser. Duüberlebst nur wenigeMinuten.“ Und wenn das noch nicht abschreckend genug ist: „GefährlicheStrömungen. Rollende Eisberge bilden Wellen.“

„Oooh, sieh dir all diese Ängste an!“ sagt Wim Hof und liest das Schild mit gespieltem Entsetzen. Er ist 61 Jahre alt, hat einen struppigen Bart und eine knurrige, dröhnende Stimme, die man schon von weitem hören kann. Hof ist Niederländer, sein Akzent ist voll von rollenden  rsund lange Vokale. Sein Äußeres hat nichts Schickes an sich. Er trägt Surfshorts, Gummisandalen und ein T-Shirt mit tropischen Motiven unter einem dünnen Regenmantel, der im Wind flattert. Im Vergleich dazu bin ich in so viele Schichten eingewickelt, dass ich meine Arme kaum bewegen kann. Draußen ist es etwa 40 Grad warm und der Wind friert stark. Weiter unten am Strand sehen die Touristen, die dem schlechten Wetter getrotzt haben, so aus, als ob sie sich zusammenkauern würden, um zu überleben.  

Hof ist derweil in seinem Element. Seine Heldentaten im, auf und unter dem Eis sind so bekannt, dass er den Spitznamen „Iceman“ trägt. Vielleicht hast du schon Fotos von ihm gesehen, wie er fast zwei Stunden lang im Eis stand oder nur in Shorts auf den Mount Everest lief. (Er schaffte es bis auf 24.278 Fuß, musste aber wegen einer Fußverletzung umkehren, bevor er den Gipfel erreichte.) Oder er hat den Kilimandscharo in 31 Stunden bestiegen – wieder fast nackt – eine Besteigung, die normalerweise eine Woche dauert, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Jede dieser Aktivitäten scheint einen Menschen umbringen zu können, aber Hofs einziger Beinaheunfall im Laufe der Jahre ereignete sich bei seinem ersten Versuch im Jahr 2000, 50 Meter unter dem festen Kappeneis eines Sees in Finnland zu schwimmen. Seine Hornhäute gefroren, was seine Sicht beeinträchtigte, und er konnte das Austrittsloch nicht finden. (Er wurde von einem Sicherheitstaucher gerettet.)

Hof zieht sich genüsslich bis auf die Badehose aus und macht sich auf den Weg zur Lagune. Er ist hier, um Werbevideos für sein Unternehmen Innerfire zu drehen, und sein Team – drei sportliche Männer namens Peter Schagen, Thor Gudnason und Tahir Burhan – ist mit Kameraausrüstung beladen. Hof wendet sich an mich. „Ich schreibe ein neues Buch, weißt du“, sagt er mit leiser Stimme, als würde er mir ein Geheimnis anvertrauen. „Der Titel lautet  FUCK FEAR!„(Hof hat in der Tat ein neues Buch herausgebracht, aber der Titel lautet Die Wim Hof Methode: Aktiviere dein volles menschliches Potenzial.) Dann stößt er ein Lachen aus und schreitet über den schwarzen Lavastrand.

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