Auf der Suche nach der Entschlüsselung der Komplexität von Sepsis hat ein Forscherteam der Radboud-Universität bahnbrechende Studien durchgeführt, bei denen seit über zwei Jahrzehnten absichtlich eine kontrollierte Form von Krankheit bei gesunden Freiwilligen ausgelöst wird.

Ihr einzigartiger Ansatz beinhaltet die Injektion geringer Mengen an Endotoxin – einem Bestandteil von Bakterien, der die Reaktion des Immunsystems auslöst. Dieses kontrollierte Infektionsmodell dient den leitenden Forschern Peter Pickkers und Matthijs Kox als wertvolles Instrument, um die Dynamik des Immunsystems zu untersuchen und die Intensivbehandlung zu verbessern.

Diese Forschung hat die inzwischen berühmte Endotoxinstudie von 2014 mit Wim Hof ausgelöst, die die Vorstellung widerlegte, dass wir unsere Immunantwort nicht willentlich beeinflussen können.

Bei einer Sepsis spielt das Immunsystem verrückt, was zu einer weit verbreiteten Entzündung führt und möglicherweise Organe schädigt. Die Ergebnisse der Studie von 2014 zeigten, dass mit der Wim-Hof-Methode die Immunantwort unterdrückt werden kann, was sie zu einer wirksamen Gegenmaßnahme gegen Sepsis macht.

Die Relevanz der Forschung von Pickkers und Kox hat im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zugenommen, da sich schwere Fälle des Virus oft als Sepsis manifestieren. Die Forscher untersuchen nun die Auswirkungen von Sepsis auf das Gehirn und untersuchen Entzündungen und mögliche Verbindungen zu Erkrankungen wie Demenz.

Während das Team die Grenzen der medizinischen Forschung immer weiter hinausschiebt, hat die absichtliche Auslösung von Krankheit bei gesunden Freiwilligen, zusammen mit den Erkenntnissen aus der Teilnahme von Wim Hof, nicht nur unser Verständnis von Sepsis erweitert, sondern auch zu Fortschritten in der Intensivpflege beigetragen.

Dieser Artikel basiert auf einer Originalveröffentlichung von Radboud (auf Niederländisch).