Eine Geschichte zum Wohlfühlen ist um die Welt gegangen. Es ist die Geschichte von Casey Lynn Hathaway, einem dreijährigen Jungen, der lebend gefunden wurde, nachdem er zwei Tage und zwei Nächte lang allein in den Wäldern von North Carolina bei Nachttemperaturen unter dem Gefrierpunkt verschollen war.
Kinder, Kälte und braunes Fett
Als Förster ihn in einem Dornengestrüpp verheddert fanden, schien der Junge in einem bemerkenswert normalen Zustand zu sein. Während in den sozialen Netzwerken von einem „Wunder Gottes“ die Rede war, wies niemand darauf hin, wie der Vorfall metaphorisch auf die tiefe Verbindung zwischen dem Körper eines jungen Menschen und der Kälte zurückgeführt werden kann. Wie die Forschung gezeigt hat, verfügen Kinder über einen großen Vorrat an sogenanntem
Kälte als Instrument des Lebens
Viele uralte Rituale, die von den Bewohnern kälterer Klimazonen praktiziert wurden, beinhalteten, Neugeborene der Kälte auszusetzen. Noch heute hört man vor allem in einigen abgelegenen Teilen Russlands von Müttern, die ihren Nachwuchs im eisigen Wasser zugefrorener Flüsse und Bäche „taufen“.
Es scheint, als hätten die frühen Menschen geglaubt, dass Kälte in diesen kleinen Körpern wie eine lebensbejahende Kraft sein könnte, die den Motor anwirft. Natürlich sollten wir auch die primitive Welt berücksichtigen. Eine Welt der ungezügelten Naturkräfte, in der sich kein Mann und keine Frau den Luxus leisten konnte, nicht stark zu sein, nicht an sich selbst arbeiten zu müssen, und zwar mit den einzigen Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen: dem eigenen Körper. Blut, Atem und Wille. Vielleicht wussten die frühen Menschen instinktiv, dass sie bei ihrer Geburt unvollständig waren, und sahen das Leben als Chance, ihr angeborenes Potenzial zu entfalten. Man musste sich nur umsehen. In der Natur gab es energetisch vollständigere Lebewesen. Bären und Wölfe konnten offensichtlich im Schnee leben, ohne zu erfrieren. Die menschliche Gemeinschaft brauchte eindeutig solche Individuen, um zu überleben. Starke Männer und Frauen. Und diese Botschaft musste den Neugeborenen vermittelt werden. An ihr braunes Fett. Und so fungierte die Kälte für diese Babys als eine Art Ahnenprägung, eine kleine Initiation, damit ein kleines Leben auf seiner Haut spüren konnte, dass die guten alten Zeiten im Mutterleib vorbei waren. Auch diesen Winter gab es: den strengen Winter der Menschheitsdämmerung.
„Ein guter Bär hat mich gerettet!“
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt von Caseys Geschichte waren die Worte, die er trotz seines Schocks zu dem Ranger sagen konnte. Casey erzählte, dass ein guter Bär auf ihn aufpasste und für seine Sicherheit sorgte. Ob das nun ein echtes Naturwunder à la „Dschungelbuch“, eine eiskalte North Carolina-Ausgabe oder die märchenhafte Faszination eines mutigen Kindes war, das einfach nicht sterben wollte, ist wahrscheinlich egal. Was zählt, ist der Grundgedanke dieser Geschichte, die zum Glück ein Happy End hat. Im Unterbewusstsein der Menschheit bleiben Spuren, die zusammenhalten extreme KälteMenschen und, wie Casey uns erinnert hat, sogar Bären – alle unter dem Banner des harten Weges, den sie gehen müssen, um am Leben zu bleiben. Von Anfang an, seit unserer Geburt. Und selbst wenn wir in der Zentralheizung der modernen Zeit leben, gibt es ein Gefühl im Inneren aller Menschen, das uns sagt, dass die Natur die wahre Dimension ist und dass wir etwas tun müssen, um uns diese innere Natur zurückzuholen.
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