Der Fuchs und die eisigen Trauben

Damit ein Mensch eine so lange Strecke zurücklegen kann, braucht er eine ziemlich starke Motivation. Die Art, die nur die Liebe bieten kann. Selbst dann wären sie wahrscheinlich schon lange tot, bevor sie ihr Ziel erreichen. Aber der Fuchs in dieser Geschichte– natürlich motiviert durch wer weiß was für eine Art von „Liebe“ oder einfach nur durch den Überlebensinstinkt getrieben –hat es geschafft, 3.500 Kilometer in nur 76 Tagen zurückzulegen. Das ist ungefähr die Streckevon Amerika nach Europa. Das Interessante daran ist, dass der besagte Fuchs in gewisser Weise ein Kollege von Wim Hof ist, denn ihre gesamte Reise fand in Schnee und Eis statt. Es handelt sich natürlich um einen Polarfuchs. Ein wahres Wunder der Natur: so klein und doch so mächtig.

 

Ein Halsband, das alles sagt

Das Team, das diesen Hund (namens Ulysses) überwacht, hat genaue Daten gesammelt. Die Forscher des norwegischen Polarinstituts haben jeden Tag drei Stunden lang Daten gesammelt: Der Fuchs bewegte sich durchschnittlich 46,3 Kilometer pro Tag und legte an einem Tag erstaunliche 155 km zurück, als er sich auf der Eiskappe in Nordgrönland aufhielt, wo er wahrscheinlich das Meereis als Transportmittel nutzte. Das Forschungspapiervon Eva Fuglei und Arnaud Tarroux stellt fest, dass dies eine der längsten jemals aufgezeichneten Reisen war.

 

Die griechische Tragödie des Fuchses. Und der Mensch.

Aus der Beziehung zwischen Mensch und Natur ist schon so mancher Mythos entstanden. Der menschliche Geist kämpft mit der letzten Grenze der Natur: dem Tod. Deshalb wird der Tod zu einer Metapher für jede Grenze, die das Leben in der Gegenwart, in der Zeit seines Handelns, setzt. Muss der Held seinen eigenen Zustand akzeptieren oder muss er mit sich selbst kämpfen, um zu erwachen? In der griechischen Tragödie wird die Natur zum Schicksal, dem der Mensch nicht entkommen kann. Dennoch kämpft er tapfer, um stärker und bewusster zu werden (), um die Fersen der Götter zu erreichen oder sein geheimes Wesen zurückzuerlangen. In der Katharsis der griechischen Tragödie gibt es ein starkes Ideal des Wachstums; Wachstum, das aus dem Durchschreiten von Feuer und Eis entsteht. Dazu muss man seinen Körper stärken und schlau werden, wie ein Fuchs. Und dann muss man sich auf eine Reise begeben. Um die große, vielleicht unendliche Entfernung zu überwinden, die jeden Helden von der Liebe trennt. Von seinem Ziel.

 


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